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Geschrieben am: 03/09/2018

Wandern ist Almgenuss

Die Almen gehören seit jeher zur Berglandwirtschaft. Sie verleihen der sonst unwirtlichen alpinen Landschaft ihren sanften Reiz und bieten dem Weidevieh zwischen Mitte Juni und Anfang September die schönste Sommerfrisch auf der Welt. Den Wanderern haben es die weitläufigen Almgebiete Südtirols mit ihren gemütlichen Einkehrmöglichkeiten ebenso angetan.

Almwanderungen in Südtirols Bergwelt sind beliebt. Vielleicht weil sie als gemütlicher Ausflug mit der ganzen Familie oder als eine Genusswanderung mit einer ausgedehnten Mittagspause viele Menschen ansprechen, oder weil sie über Höhenwege verbunden auch geübte Bergwanderer konditionell fordern.

Wer seine Sinne spüren möchte und Idylle sucht, wird auf den Almen gewiss fündig. Die kräftigen Duftnoten der Kräuter, die bunten Blumenwiesen, das sanfte Läuten der Kuhglocken in der Ferne und die Kulisse der Berggipfel wirken auf die stressgeplagten Seelen der sitzverwöhnten Zeitgenossen.
Sowohl Gäste als auch Einheimische haben den Erholungsraum in den Bergen entdeckt und wer bereits einmal zu einer traditionellen Alm gewandert ist, weiß wie es ist, wenn man für einen kurzen Moment das Leben im Tal vergessen kann.

In allen Landesteilen Südtirols bieten sich viele traumhaft schöne Wanderungen an, die eine Alm als Tourenziel oder Zwischenstopp haben. Nicht selten findet man auf der Alm eine Jausenstation, wo die Senner selbstgemachten Käse, Milch und Speck servieren. Die erstklassige Aussicht in die Bergwelt, die für viele Almen so typisch ist, gibt es kostenlos dazu.

Almen sind vielseitig und trotzdem verbindet sie die naturnahe Romantik der Berge und die jahrhundertealte Bewirtschaftung durch Senner und Hirten. Allein in Südtirol gibt es 1733 Almwirtschaften, die eine Fläche von knapp 250.000 Hektar umfassen, das ist etwa ein Drittel der gesamten Landesfläche. Sehr viele Almen sind beliebte Ausflugsziele für wandernde Urlauber und manche liegen fernab der vielbegangenen Routen. Etwa 95.000 Stück Vieh finden im Sommer auf den Almen Nahrung, das ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Nicht nur das: Die Zusammensetzung der Futterpflanzen und die natürliche Bewegung der Tiere auf der Alm wirken sich ausgesprochen gut auf die Qualität der Almmilch und die Gesundheit der Tiere aus.

Blieben die Tiere im Tal, müssten die Bauern enorme Futtermengen zukaufen. Die Bewirtschaftung der Almen prägt außerdem den Charakter unserer alpinen Landschaft, denn ohne regelmäßigen Weidegang „verwildern“ die Almen durch Alpenrosen und Latschenkiefer (umgangssprachlich Latschen oder Legföhren). Die steilen Almwiesen würden durch Lärchen und Zirben bereits nach wenigen Jahren verdrängt werden.

Kühe wollen ihre Ruhe haben.
Die Alm ist kein Streichelzoo. Wenn es nicht unbedingt nötig ist, sollte man weidenden Tieren nicht zu nahe kommen und vor allem Kälber weder streicheln noch füttern. Hunde sollte man an der Leine halten, man muss verhindern, dass diese sich der Herde nähern.

Die richtige Ausrüstung für Almwanderungen.
Auch bei einer einfachen Almwanderung sollte man sich rundum wohlfühlen. Mit der idealen Kombination einzelner Bekleidungsschichten, gutem Schuhwerk und dem richtigen Rucksack wird die Wanderung bei jedem Wetter zur Genusstour.
Das sogenannte Zwiebelprinzip ist sehr einfach und dank dem Vorbild aus der Natur auch ganz gut vorstellbar. Jede Bekleidungsschicht liegt über der anderen. Die Schichten müssen allerdings miteinander funktionieren und dürfen nicht durchbrochen werden. Der klare Vorteil: Je nach Wetterlage und persönlichem Befinden kann eine Schicht aus- oder angezogen werden.