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Geschrieben am: 30/06/2018

Sternenhimmel statt Sternehotel: Mit Rucksack, Zelt und Schlafsack unterwegs

Eine Trekkingtour verlangt Vorbereitung und Training. Auch bei der Wahl der Ausrüstung gilt die Devise: So viel wie nötig und so wenig wie möglich. Aber der Einstieg in das Trekkingabenteuer ist gar nicht so schwer, solange man ein paar Dinge beachtet, die wir euch nun aufzeigen.

Die Schule ist zu Ende und die Ferne ruft. Der Drang nach Abenteuer, die Sehnsucht nach unberührter Natur, das Ausloten der eigenen Grenzen oder für manche gar die Suche nach dem Sinn des Lebens: Die Beweggründe sind unterschiedlich wie die Menschen selbst. Aber es verbindet sie das Bedürfnis frei zu sein und es zählt die Natur hautnah zu erleben. Was gibt es besseres als mit Rucksack, Zelt und Schlafsack unterwegs zu sein und eine Trekkingtour zu unternehmen.
Zu den idealen Ländern für Trekkingtouren zählen jene, in denen das Zelten in der Natur mit unter Beachtung einiger Regeln überall erlaubt ist. Besonders beliebt ist vor allem Skandinavien (dort gilt das „Jedermannsrecht“) und Schottland. In Südtirol ist das Wildcampen wie in ganz Italien generell verboten. Besonders in den touristischen Gebieten, Natur- und Nationalparks finden häufig Kontrollen statt. Das Wildcampen auf Privatgrundstücken oder in unmittelbarer Nähe eines alpinen Schutzhauses ist mit Erlaubnis des Besitzers oder Pächters erlaubt.

Auf einer Trekkingtour oder bei einer Reise mit dem Zelt erlebt man die Reduktion auf das Wesentliche. Man lernt das Wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden und vor allem auf Unnützes zu verzichten. Dabei erfährt und entwickelt man eine neue Lebensphilosophie, die ein einfaches Leben in den Vordergrund stellt.

Es stellen sich aber auch viele Fragen, die vor der ersten Trekkingtour oder Reise mit Rucksack, Zelt und Schlafsack auftauchen: Welche Ausrüstung brauche ich? Wieviel Gewicht trage ich mit mir herum? Schützt mich der Schlafsack vor Kälte, das Zelt vor Regen und brauche ich überhaupt eine Isomatte?

Der Rucksack

Der Rucksack beinhaltet alles, was man auf der Tour mitführt. Um gut und sicher im Gelände unterwegs sein zu können, ist ein körpernaher Sitz besonders wichtig. Zusätzlich sollte der Rucksack viele Außentaschen und Schlaufen haben, da bei einer Trekkingtour so einiges Material unterzubringen ist. Das Gewebe, die Nähte und Reißverschlüsse sollten gut verarbeitet sein, um den ständigen Umwelteinflüssen zu trotzen. Eine Regenhülle verhindert, dass der Rucksackinhalt auch bei Regen trocken bleibt.

Bei einer längeren Tour kommt es vor, dass man ein Gewicht von bis zu 20 kg am Rücken trägt. Da benötigt man einen Rucksack, der das schwere Beladungsgewicht stabil verteilt und komfortabel tragbar macht. Dieser ist dann mit versteiften Rückenpartien, profilierten Streben, einer aufwändigen Polsterung an Rücken und Gurten und einem starken Hüftgurt ausgestattet. Idealerweise tragen dann Hüfte und Beine das meiste Gewicht und können so dazu beitragen, Rücken und Schultern dauerhaft zu entlasten.

Rucksäcke für Frauen zeichnen sich durch ein spezielles Tragesystem aus, das mit kürzeren Rückenlängen, stärker geschwungenen Schultertragegurten und stärker angewinkelten Hüftgurten besser zur weiblichen Anatomie passt und einen höheren Tragekomfort für Frauen gewährleistet.

Damit man die Funktionen ideal ausnutzen kann, soll der Trekkingrucksack auch gut passen. Ein wesentlicher Ausgangspunkt hierfür ist die Rückenlänge. Gemessen wird die Rückenlänge von der Oberkante der Schulterblätter (7. Nackenwirbel) bis zur seitlichen Oberkante der Beckenknochen.

kurz: passt bei einer Rückenlänge zwischen 40 cm und 49 cm;
mittel: 50 cm – 57 cm;
lang: 58 cm – 69 cm.

Gerade wenn man viel zu tragen hat, sollte das Gewicht der Ausrüstung geschickt im Trekkingrucksack verpackt werden, um die ergonomische Lastenverteilung des Rucksacks optimal auszunutzen. Gleichzeitig will man auch jederzeit wissen, wo man gezielt die Ausrüstungsgegenstände verpackt hat.

Hier unsere Empfehlung:

 

Deuter Futura für Damen und Herren. Ideal für lange Trekking-Touren.

 

Das Zelt

Das Zelt ist einer der wichtigsten Ausrüstungsgegenstände für jeden Outdoor-Sportler, in dem man auf Trekkingtouren Schutz vor Kälte, Wind, Regen und Dunkelheit findet. Verpackt sollte es klein und leicht sein. Das Auf- und Abbauen sollte schnell und unkompliziert von statten gehen, denn manchmal muss man bei Regen oder Sturm sein kleines Zuhause errichten. Ein selbststehendes Zelt erleichtert die Wahl des Übernachtungsplatzes und ein geräumiger Innenraum lässt auch bei längeren „Zwangsaufenthalten“ keine Platzangst entstehen.

Universalzelte für jeden Einsatz, von einer Durchquerung in Lappland oder einer Wüstentour, gibt es nicht. Das breite Angebotsspektrum an verschiedenen Zelten kann beim Laien zunächst für Verwirrung sorgen. Wenn man aber die Anforderungen an das Zelt bereits kennt, wird die passende Auswahl deutlich eingegrenzt. Um sich diesen Anforderungen bewusst zu werden, solltest du dir im Vorfeld ein paar grundlegende Fragen stellen: Wie viele Personen soll das Zelt aufnehmen können? Was darf das Zelt maximal wiegen? Welche Temperatur-, Witterungs- und Untergrundbedingungen erwartest du? Welche Komfortanforderungen werden an das Zelt gestellt? Wie groß ist der Platzbedarf für die Ausrüstung?

Ein wesentlicher Faktor für die Auswahl des richtigen Zeltes ist das Gewicht. Dieses steigt durch die höhere Nutzfläche (für mehr Personen) und mit dem beiliegenden Befestigungs- und Abspannmaterial. Während das Gewicht bei einem Campingzelt oder einem Dachzelt für Autos eher ein zweitrangiger Faktor ist, sollte man an Gewicht sparen, wenn das Zelt im Rucksack oder auf dem Fahrrad transportiert werden soll.

Ist das Zelt wind- und wasserdicht?

Gute Zelte sind wasserdicht und stehen, je nach Konstruktionsart, stabil im Wind. Zu jedem Zelt findet man eine Angabe zur Wassersäule, die die Menge an Wasser beschreibt, die maximal auf das Zeltgewebe drücken kann, ohne dass Wasser durch das Gewebe tritt. Dabei gilt der Wert ab 1500 mm Wassersäule als wasserdicht. Allerdings sollte man sich nicht alleine auf den Wert der Wassersäule verlassen, denn dieser ist nur als erste Orientierung hilfreich. Achtung schenken sollte man darüber hinaus auch der Art des Zellstoffes, der Beschichtung des Zeltbodens und der Verarbeitung des Zeltes.

Je nach Preisklasse und individueller Ausstattung unterscheiden sich Zelte auch durch das Komfortniveau: Extra Innentaschen und Stauraum, Insektenschutz oder Optionen zur zusätzlichen Verstärkung sind praktisch, wirken sich allerdings auch auf das Gewicht des Zeltes aus. Auch die Materialfunktionalität, Wertigkeit der Imprägnierung, Belüftungseigenschaften und die Transportverpackung sind von Modell zu Modell verschieden.

Zelte brauchen Pflege: Sand und Schmutz sollten aus dem Zelt entfernt werden, bevor dieses verpackt wird. Denn Sand und Schmutz können die wasserdichte Beschichtung von Zelten beschädigen. Außerdem hilft es, wenn das Zelt möglichst gut vor direkter UV-Strahlung geschützt wird, indem schattige Zeltplätze aufgesucht werden. Unterwegs wirst du es gelegentlich nicht vermeiden können, ein nasses Zelt einpacken zu müssen. Es hilft aber Zelte grundsätzlich nur in gut ausgetrocknetem und gereinigtem Zustand zu lagern und zu transportieren. Übrigens: Eine passende Zeltunterlage schützt den Zeltboden vor Beschädigungen, lästigem Baumharz und vor Feuchtigkeit.

Das ideale 2-Personen-Zelt: Marmot Limelight 2P

 

Für Trekking- Mehrtagestouren & Camping Ausflüge.

 

Der Schlafsack

Zu jedem Outdoor-Erlebnis gehört ein Schlafsack, der ideal an die Umstände und Wetterlagen der Reise angepasst ist. Der Schlafsack gibt Geborgenheit und Wärme. Ebenso sollte er klein und leicht sein.

Alle Hersteller bieten unterschiedliche Längen für einen perfekten Wärmehaushalt und viel Komfort im Schlafsack an. Ein guter Schlafsack kann sogar Leben retten, wenn er kalten Temperaturen, Feuchtigkeit und körperlicher Erschöpfung einen warmen und trockenen Zufluchtsort entgegensetzen kann.

Schlafsäcke lassen sich in zwei Hauptgruppen einteilen: Kunstfaser- und Daunenschlafsäcke.
Kunstfaserschlafsäcke nehmen nur geringe Mengen an Feuchtigkeit auf. Deshalb eignet sich ein Schlafsack mit Kunstfaserfüllung gut für Einsätze in Regionen mit hoher Luftfeuchtigkeit, mit viel Regenfall oder für nasse Herbsttouren.

Daunenschlafsäcke kommen hingegen weniger gut mit großen Feuchtigkeitsmengen zurecht. Die Daunen drohen bei Feuchtigkeit zu verklumpen, womit die Isolierungsleistung des Schlafsacks abnimmt. Allerdings überzeugt ein Schlafsack mit Daunenfüllung durch sein geringes Eigengewicht, ein sehr kompaktes Packmaß sowie eine lange Haltbarkeit der hohen Isolierung.

Temperaturgrenzwerte richtig lesen

Der Markt bietet sowohl Kunstfaser, als auch Daunenschlafsäcke, die sich für den Einsatz bei verschiedenen Temperaturen eignen, von der Wüstetour bis zur Expedition ins Hochgebirge oder in Polarregionen. Die Art der Füllung hat keinen primären Einfluss auf die Temperaturgrenzwerte eines Schlafsacks, denn die Temperaturgrenzwerte, bis zu denen man den Schlafsack einsetzen kann, variieren nach Menge und Qualität der isolierenden Füllung und nach der Verarbeitungsart.

Komforttemperatur: Bei dieser Temperatur schläft man gerade noch komfortabel im Schlafsack, ohne zu frieren. Kälteempfindliche Menschen können bei diesem Temperaturgrenzwert bereits frieren.
Dieser Wert sollte grundsätzlich als Orientierung dienen. Deshalb ist es wichtig, dass man sich vor Reiseantritt informiert, mit welchen Temperaturen man auf der Trekkingtour konfrontiert ist.

Grenztemperatur: Bis zu dieser Temperatur schläft man noch bequem im Schlafsack, ohne zu frieren.

Extrembereich: Bei dieser Temperatur ist eine durchschnittlich kälteempfindlicher Mensch bereits starker Kältebelastung im Schlafsack ausgesetzt und es besteht erhebliches Unterkühlungsrisiko.

Lagerung: Viele Schlafsäcke werden mit einem extra Lagerungssack aus luftdurchlässigem Material ausgeliefert. Auch wenn es für das Füllmaterial des Schlafsacks am besten ist, wenn man ihn offen hängend oder liegend lagert, kann man Lagerungssäcke problemlos nutzen, ohne der Isolierung zu schaden. Der Kompressionssack, den man bei der Tour verwendet, eignet sich dagegen weniger gut als langfristige Lagerungslösung für den Schlafsack.

Unsere Empfehlung:

Millet Alpine LTK600: Ein leichter und vielseitiger Daunenschlafsack.

 

Iso- und Thermomatten

Isomatten können zu verschiedensten Zwecken eingesetzt werden, etwa beim Camping, zum Sport oder im Notfall sogar zu Hause als Schlafunterlage für Gäste. Die Auswahl zwischen Thermo-Luftmatratzen, klassischen Isomatten aus Schaumstoff und anderen Matten und Matratzen ist breit.

Thermo-Luftmatratzen: Eine gute Thermo-Luftmatratze ist die erste Wahl, wenn es um gute Isolierung geht. Thermo-Luftmatratzen bestehen nämlich nicht aus Schaumstoff, sondern sind technisch ausgereifte Kombinationen aus einer Luftmatratze und sehr gut isolierendem Füllmaterial. Öffnet man die Ventile einer Thermo-Luftmatratze und bläst zusätzlich Luft in die Matte, so entstehen im Füllmaterial Lufteinschlüsse, die eine weitere Isolierungsleistung erbringen, wenn man mit der Matte auf dem Boden schläft. Beim Aufpusten kommt allerdings mit der Atemluft Feuchtigkeit in die Matte, die sich schädlich auf das Füllmaterial auswirkt.

Isomatten aus Schaumstoff: Die klassische Isomatte kommt dagegen ohne Luft aus und sie bewahrt beim Schlaf vor zu großem Wärmeverlust über den kalten Untergrund. Da eine Isomatte aus Schaumstoff regelmäßig auch sehr reißfest und stabil ist, erhöht sie den Schlafkomfort gerade auch bei unebenem Grund oder wenn kleinere Steine oder spitze Aste auf dem Boden liegen.

Matratzen: Luftmatratzen mit einer Dicke von mindestens 10 cm sind nahezu ein vollwertiger Bettenersatz. Luftbetten kann man flexibel mit Luft befüllen, sodass individuell der richtige Liegekomfort hergestellt werden kann. Eine ungefüllte Luftmatratze kann man kompakt und platzsparend verstauen.

MountainSpirit empfiehlt die Isomatte: Therm a Rest Pro Lite Plus

 

Innovativ & komfortabel

 

Der Kocher

Der Kocher ist die mobile Küche auf Reisen. Ein geschlossenes System sorgt für einen energieeffizienten Kochbetrieb auf allen Höhen, der Wasser und Essen schnell auf Temperatur bringt. Bei vielen Modellen ist sogar der Topf schon integriert, dass man mehr Platz im Rucksack hat und zusätzlich Gewicht sparen kann.

Gas, Benzin, Spiritus – wo liegt der Unterschied?

Das breiteste Angebot an Campingkochern erstreckt sich grundsätzlich auf Gaskocher, Benzinkocher, Spirituskocher und kleinere Feststoffkocher. Hauptunterschied zwischen diesen Kochern ist der Brennstoff, mit dem sie jeweils betrieben werden können. Sturmkocher können durch ihre Bauart besonders gut bei windigen und stürmischen Verhältnissen eingesetzt werden.

Gas wird in Kartuschen verkauft, aus denen es in verdampfter Form ausströmt, sobald man den Regler am Campingkocher aufdreht. Gaskocher sind einfach in der Handhabung, sparsam im Verbrauch und verlässlich unter den meisten Bedingungen.

Benzinkocher und Campingkocher für andere Flüssigbrennstoffe wie Diesel, Kerosin und Petroleum sind dagegen etwas komplizierter in der Anwendung. Flüssigbrennstoffe müssen unter Druck gesetzt und vorgeheizt werden, rußen manchmal stark und verursachen damit einen hohen Reinigungsaufwand. Allerdings überzeugen Benzinkocher durch hohe Brennwerte. Außerdem kann Benzin anders als Gas auch bei extrem niedrigen Temperaturen und bei sehr geringem Luftdruck noch optimal als Brennstoff eingesetzt werden, was Benzinkocher zu Spezialisten für extreme Einsätze macht.

Spiritus ist eine Alternative die sich eher für kleinere Kocheinsätze eignet. Spiritus ist zwar weitläufig erhältlich, verfügt aber über relativ niedrige Heizwerte und ist bei niedrigen Temperaturen und geringem Luftdruck schwer entzündlich. Viele Sturmkocher setzen aber auf kleine Spiritusbrenner, da sich diese unkompliziert in die Windschutzvorrichtungen setzen lassen. Daneben sind Campingkocher, die mit Feststoffen wie Esbit-Würfeln betrieben werden, eher eine Alternative für den Notfall.

MountainSpirit empfiehlt den Kocher MSR – WhisperLite International

 

Praktisch, leistungsstark & leise.

 

Bilder Copyright: Marmot, Millet