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Geschrieben am: 21/05/2019

Faszinierender Gardasee: Fünf Touren für jeden Geschmack

Der Gardasee ist ein Sehnsuchtsziel für alle, die Touren mit Seeblick und das Frühlingserwachen ein paar Wochen früher erleben wollen. Die traumhaft schöne Landschaft und ihrem milden Klima vereint die Lebensart des Südens mit sportlichen Herausforderungen und beschaulichem Wandern.

Der Gardasee ist der größte der oberitalienischen Seen und erstreckt sich über eine Länge von 50 km von den Ausläufern der Alpen bis hin zum nördlichen Rand der Po-Ebene. Die Gardaseeberge im Westen und das über 2.000 m hohe Massiv des Monte Baldo im Osten umschließen und schützen den See.
Der Gardasee ist aber auch eine unerschöpfliche Quelle für Aktivsportler. Der See selbst und die vielfältigen Landschaften ringsum sind ein Dorado für Outdoor-SportlerInnen. Der See ist in aller Welt für die vorzüglichen Segel- und Surfmöglichkeiten berühmt, aber hier kann man sich auch vielen anderen Sportarten widmen. Die Berge um den See kann man erwandern, oder auf ca. 1000 km markierten Mtb-Routen im wahrsten Sinne des Wortes „erfahren“. KletterInnen finden rund um Arco einige der besten Freeclimbing-Topos, ausgezeichnete Freikletter-Schulen und ideale Kletterwände. Auch Klettersteig-Fans kommen hier ganz sicher auf ihre Rechnung.
Wir haben fünf Touren ausgewählt, die man in den nächsten Wochen ins Tourenprogramm aufnehmen kann.

Brandneu am Westufer des Gardasees: Europas spektakulärster Radweg.
Zwischen Limone und Riva del Garda wurde an der schmalen Küste eine 2,5 Kilometer lange und 2,5 Meter breite Eisenkonstruktion am Berghang befestigt, die rund 50 Meter über dem Wasser schwebt. Dieser neue Uferradweg mündet in eine bereits existierende Rad- und Fußgängerpiste, die nun insgesamt zwölf Kilometer umfasst. Optimisten glauben, dass es in ein paar Jahren einen vollständig zusammenhängenden Rundweg um den See geben soll – 140 km Genuss auf zwei Rädern.

Radweg Limone

 

Pfingstrosenwanderung
Der Gardasee ist durch ein mildes, warm-trockenes Klima geprägt, da die große Wassermasse des Sees als Wärmespeicher wirkt und die Berge vor den kalten Nordwinden schützen. Hier findet man auf kleinem Raum alle Vegetationsstufen an, von mediterraner bis zur alpinen Flora. Das botanische Highlight dieser einfachen ist die Pfingstrose, die man hier im Frühjahr finden kann. Die Tour beginnt hoch über dem Westufer des Gardasees im kleinen Dorf Pregasina (532 m). Der Wanderweg verlässt Pregasina in Richtung Süden und verläuft über Feldern und Laubwäldern. Der wunderbare Ausblick auf den Gardasee unterstreicht die Schönheit dieser Tour. Nach etwa einer Stunde erreicht man Malga Palaer, ein wahrer Hotspot für blühende Pfingstrosen. Auf den blumigen Wiesen sollte man unbedingt verweilen. Man steigt nun bergab in Richtung Punta Larici, einem 907 m hohen Nebengipfel des Monte Palaer (1.073 m). Hier öffnet sich ein schöner Blick auf den Gardasee. Man steigt kurz in nördliche Richtung ab und erreicht erneut die Aufstiegsroute und erreicht bald den Ausgangspunkt in Pregasina.

Pregasina

 

Via Ferrata dell’Amicizia: Der „Leitern-Klettersteig“ auf die Cima SAT oberhalb von Riva
Atemberaubende Tiefblicke auf den Gardasee bietet der Klettersteig “Weg der Freundschaft”, den man wegen seines 600 m langen, nahezu vertikalen Aufstiegs nicht unterschätzen sollte. Der Ausgangspunkt dieses mittelschwierigen Klettersteiges liegt direkt in Riva del Garda (78 m) am nördlichen Ufer des Gardasees. Man folgt dem Wanderweg Nr. 404 bis zur Capanna Santa Barbara (560 m) und über den Klettersteig mit seiner Leiterserie bis zur Cima SAT auf 1.276 m.
Im Sommer kann dieser Weg auf die Cima SAT zu einem Glutofen verwandeln, daher empfiehlt sich diese Tour im Frühling oder Herbst.
Der Abstieg führt sehr steil über die markierten Wege 413 und 404 (gängigste Abstiegsvariante) – alternativ ist auch ein Abstieg nordwärts über den (ebenfalls sehr steilen) Weg Nr. 418 möglich.

Via Ferrata dell’Amicizia

 

Die Monte-Baldo-Überschreitung
Das Monte Baldo Massiv mit über 2.000m Höhe ist sicher ein Highlight zum Bergwandern am Gardasee. Die höchsten Gipfel sind der Cima di Valdritta (2.218m), und der Telegrafo (2.200m). Die Bergtour zum Punta Telegrafo ist eine schöne Wanderung mit herrlicher Aussicht über den Gardasee und auf die umliegende Bergwelt.
Größtenteils unschwierige, stellenweise luftige Wanderung; eine Passage I– (leichte Kletterei; Drahtseilsicherung ungewiss). Trittsicherheit und Schwindelfreiheit notwendig. Bei Nässe beschwerlich und gefährlich.
Die Tour beginnt an der Bergstation der Monte-Baldo-Seilbahn (1.745m) über den Weg Nr. 651 in südliche Richtung bis in die Bocca di Tratto Spino (1.720m). Beim Wegweiser beginnt der Gegenanstieg, auf grasigem, felsdurchsetztem Rücken, dann rechts in seiner Flanke nach Belvedere (1.838m) am Baldensischen Grat. (Von der Seilbahn 1/2Std.) Man wandert über Wiesen in Richtung Cima delle Pozzette. Man folgt nun dem Weg am Grat über Einschartungen und Geröllkare, bis man eine Kuppe überschreitet (2.005m) und zu einem kleinen Steinmann auf der Cima delle Pozzette (2.132m) gelangt. Abwärts, durch Latschen und felsiges Gelände bis in die Schneide der Sella di Val Agual (2.027m), den tiefsten Punkt der Verbindung zur Cima del Longino. Man überschreitet den Osthang der Cima-del-Longino und erlebt einen wunderbaren Ausblick über die östlichen Anhöhen des Monte-Baldo. Zunächst eben, dann über steinige Steige bergwärts, bis man durch das gewaltige Kar der Val Finestra in der Riserva Naturale Integrale Lastoni Selva Pezzi wandert.
Etwas später sind an der linken Seite einige Meter leichte Kletterei (I–) nötig. Kurze Querungen auf Plattten (bei Nässe rutschig!) erfordern uneingeschränkte Konzentration. Anschließend führt der Steig zu einem Felsentor und in den Gipfelbereich der Cima Valdritta. Bei der Holztafel folgt man dem Weg nach rechts, an zwei Kavernen vorbei, anschließend scharf links zum Kreuz auf der Cima Valdritta (2.218m).
Wer die Cima Valdritta ausklammert (hin und zurück 1/2Std), erreicht von der Holztafel direkt die nahe Forcella Valdritta (2.107m). Die „Überschreitung“ des Monte Baldo folgt dem Wegweiser „Rifugio Telegrafo“. Parallel zum Grat, auf bequemer Militärtrasse weiter bis in einen Sattel. Von hier entweder rechts zum großen Eisenkreuz auf der Punta Telegrafo (2.200m) oder jenseits des Sattels hinab zu dem nun sichtbar werdenden Rifugio Gaetano Barana (2.147m). (Von der Seilbahn etwa 4 ½ Std. mit Cima Valdritta).
Rückweg: Man wandert etwa 1 Stunde zur Forcella Valdritta (2.107m). Man folgt dem Weg links (Wegnummer 5) in das Kar der Cima Valdritta. Nach etwa einer halben Stunde beim ehemaligen Baito Valdritta, folgt man den rechten Steig und passiert den Wiesensattel La Guardiola (1.850m). Zunächst mäßig steiler Weg, dann steil durch Latschen zur Kanzel La Guardia (1.523m) und zum Quellwasser von La Fontana (1.324m). Man haltet sich rechts und geht an der Gabelung geradeaus bis zum Col di Piombi (1.164m) über einen Forstweg. Man erreicht kurz später die Gabelung und den Bildstock „Il Signor“ (981m, Forsthaus). Man wandert nach links durch den Wald zur Seilbahn-Zwischenstation (563m).

Monte Baldo

 

Wanderung auf den Monte Stivo
Eine einfache und aussichtsreiche Bergwanderung vom Passo Santa Barbara über „Le Prese“ zum Rifugio Marchetti und zum Monte Stivo. Rückweg über die Malga Stivo nach Le Prese
Nach Le Prese: Vom Parkplatz folgt man der Beschilderung Rifugio Marchetti und wandert am Weg Nr. 608B (Asphaltweg) in nördliche Richtung über Lichtungen und durch Buschwald bergwärts. Bald wechselt der Asphaltweg bei einem Hinweisschild in einen sehr holprigen Karrenweg über und führt durch ein Waldstück in Kehren aufwärts zu den Almen der „Le Prese“ (1.480 m).
Zum Monte Stivo: An einer markanten Linkskurve am Karrenweg verlässt man diesen und steigt rechts am nicht beschilderten, aber deutlich erkennbaren Bergweg steil über den breiten Rücken in nordöstlicher Richtung aufwärts. Nach dem ersten längeren und steilen Wegstück erreicht man einen Sattel mit einer alten Kriegsstellung rechts am Kamm. Man durchquert eine Senke und erreicht so den letzten Aufschwung zum Gipfel. Man quert den Hang in nördliche Richtung, leicht ansteigend bis zum Rifugio Marchetti (2012 m) und steigt von hier rechts schräg auf das Gipfelplateau mit seinem Gipfelkreuz (2.059 m).
Abstieg: Bis zur Hütte über denselben Weg und von dort steigt man über den breiten, grasigen Westhang in mehreren Kehren hinab zur Malga Stivo. Von der Alm wandert man am holprigen Karrenweg hinab nach „Le Prese“ 0und von dort über die bekannte Route zurück zum Ausgangspunkt.

Monte Stivo