Permalink

off

Beitrag von:
Geschrieben am: 09/07/2019

Drei schöne Hütten für diesen Sommer

Es gibt viele schöne Hütten in Südtirol, eine Handvoll davon ist sogar besonders schön. Das faszinierende ist nicht nur ihre einzigartige Lage und die Vielfalt der Tourenmöglichkeiten, sondern auch das Charisma ihrer Wirte. Wir verraten euch drei besonders schöne Hütten und müssen gestehen, dass die Auswahl alles andere als leicht war. Wir hätten mindestens ein Dutzend Hüttenportraits erstellen können.

Die Lavarellahütte im Reich der Fanes

Mitten in der faszinierenden Bergnatur der Dolomiten, liegt auf 2.042 m das Schutzhaus Lavarella.

Das Besondere an der Lavarellahütte ist nicht nur ihre wunderschöne Lage im Herzen des Naturparks Fanes Sennes Prags und der schöne Anstieg von Pederü. Wirklich bemerkenswert ist die Tatsache, dass die Hütte seit über 100 Jahren durchgehend von einer Familie bewirtschaftet wird. Das Hüttenwirtepaar Hanspeter und Michaela Frenner haben das Haus voll im Griff. In und um dem Schutzhaus sieht man, wieviel Herzblut und Liebe in der Bewirtschaftung der Hütte steckt.

Die Lavarella Hütte wurde 2006 rundum erneuert. Strom wird vom hauseigenen Wasserkraftwerk und Sonnenkollektoren erzeugt. Es gibt Zentralheizung. Alle Zimmer sind gemütlich eingerichtet und verfügen über ein Waschbecken. Geöffnet ist die Hütte ab Anfang Juni bis September und ab Weihnachten bis März.

Saubere Etagen-Duschen sowie getrennte sanitäre Einrichtungen sind vorhanden. Kein Empfang für Mobiltelefone. WiFi. Kredit- und EC-Karten werden akzeptiert. Aufenthalt mit Hunden auf Anfrage. Hüttentaxi auf Anfrage.

In der heimeligen Stube mit den schönen Tischen mit integriertem Schachbrett werden köstliche hausgemachte Südtiroler Spezialitäten serviert.

Die perfekte Wein- und Bierauswahl für Genießer
Im Jahr 2015 haben sich die Weinliebhaber Anna und Gábor dazu entschlossen ihr Fachwissen im Bereich der Weinkunde zu erweitern und ihre Sommelier- und Sommelièreausbildung begonnen, die sie drei Jahre später abgeschlossen haben.

Im Herbst setzt Gábor seine Ausbildung in einer weiteren Sparte fort, der Bierkunde. Nach einigen Kursen und mit vielen neuen Informationen im Gepäck wird er zum Bier Experten und zum „Diplom Biersommelier“.

Europas höchste Kleinbrauerei
Neuigkeit 2019: Das eigene handwerklich gebraute Bier
Ab Januar 2019 wird nun auf 2050 Metern Meereshöhe Bier aus der höchsten Brauerei Europas ausgeschenkt: spritziges Weizen und naturtrübes Helles, gebraut nach dem deutschen Reinheitsgebot mit dem kristallklaren Bergwasser der Dolomiten.
In der Nähe des Hauses halten die Murmeltiere ihr berühmtes Parlament ab und gleich neben der Lavarellahütte steht seit 2003 die Picia Capela de Fanes, die dem Heiligen Josef Freinademetz gewidmet ist. Es gibt in Summe 26 Betten in kleinen, gemütlichen Zimmern und 20 Lager-Plätze.

Lavarellahütte
Hanspeter und Michaela Frenner
+39 0474 501094
+ 39 0474 501079
[email protected]

TOUREN UND HÜTTEN IN DER UMGEBUNG
Die nächstgelegene Hütte ist die Faneshütte auf 2.060 m, die in 15 min Gehzeit zu erreichen ist. Weiters: Pederuhütte (1.545 m, 1:15 h); Fodara-Vedla-Hütte (1.965 m, 1:30 h); Senneshütte (2.120 m, 2 h); Seekofelhütte (2.325 m, 4 h).

Gipfelbesteigungen von der Lavarellahütte aus: Antonispitze (2.665m, 2:30 h Gehzeit); Col Bechei (2.794 m, 2:30 h); Lavarellaspitze (3.055 m, 3 h); Neunerspitze (2.968 m, 3:30 h); Heiligkreuzkofel (2.907 m, 3:45 h); Conturinesspitze (3.064 m, 4 h); Zehnerspitze (3.026, 4 h).

Sesvenna Hütte

Zwischen dem Vinschgau und dem Engadin, liegt oberhalb des Schlinigtals und in der Nähe der außergewöhnlich schönen Uina-Schlucht die Sesvennahütte. Die Hütte ist ein idealer Ausgangspunkt für schöne alpine Wanderungen und ein viel aufgesuchtes Etappenziel für anspruchsvolle BikerInnen.

Die Sesvennahütte (2.256 m) ist ein alpines Schutzhaus des Alpenverein Südtirol (AVS) im oberen Vinschgau, auf einem Sattel zwischen den Dreitausendern der Sesvenna-Gruppe und dem Reschenpass.

Die Hütte wurde als Ersatz für die geschlossene Pforzheimer Hütte errichtet. Die alte Hütte ging im Jahr 1999 an das Land Südtirol über und beherbergt heute ein kleines Museum, das dem Schmuggel im Grenzgebiet gewidmet ist. Gegen Süden öffnet sich der Blick auf die kontrastreiche Landschaft des Vinschgaus mit seinen Eisriesen in der Ortlergruppe, den trockenen Sonnenhängen und den schönen Siedlungen am Talboden. Die Anreise erfolgt über den Reschenpass, über das Münstertal oder über Meran.

In der getäfelten Stube begrüßt das Hüttenwirte-Paar Markus und Michaela Waldner die Hausgäste mit jenen Ritualen, die seit Jahrzehnten den Charakter dieser Hütte kennzeichnen: Zufriedenheit, Gastlichkeit und Gemütlichkeit.

Besonders an den Wochenenden ist die Hütte ein beliebtes Ziel für Mountainbiker und Wanderer, die am spektakulären Felsenweg durch die Uinaschlucht ihr Fahrrad schieben oder wandern. Wenn die Hütte voll belegt ist, dann sind auch die behaglichen Räume bis auf den letzten Platz besetzt, auch die Tische im Nebenraum mit dem Kachelofen sind besetzt.

Der Hüttenaufenthalt ist gefragt und eine frühzeitige Buchung macht sich bezahlt. Das verwundert kaum, denn die Zimmer (von 4 bis 5 Betten) sind gut ausgestattet mit eigener Dusche und WC, zusätzlich gibt es 50 Lager-Schlafplätze und 6 im Winterraum. Übernachtungen mit Hunden sind im Vorfeld abzuklären.

Hüttenschlafsäcke sind Pflicht und können ausgeliehen werden. Wichtige Information im digitalen Zeitalter: Guter Mobilfunkempfang und es ist nur Barzahlung möglich.
Die Hüttensaison beginnt am zweiten Wochenende im Juni und endet am dritten Wochenende im Oktober.

Gute Küche!
Geschmorte Schweinswangerln vom Bio-Strohschwein mit Gemüse und Polenta und ein „gutes Glasl“ Südtiroler Cabernet Riserva. Empfehlenswert ist auch das Gulasch vom Laugen-Rind oder die Käsepressknödel.

Aufstieg zur Hütte
Der Hüttenaufstieg beginnt am Parkplatz am Ortsende von Schlinig (1.726 m), oberhalb von Burgeis im Oberen Vinschgau. Der bequeme und gut beschilderte Almweg (Mark. Nr. 1) führt zur Schliniger Alm (1.868 m) und anschließend zur Inneren Alm (1.923 m), vorbei an der Talstation der Materialseilbahn der Sesvennahütte, bis zu einer breiten Felswand mit dem Schwarzwand Wasserfall. Kurz vor dem Wasserfall folgt man dem Weg nach rechts und steigt ziemlich steil, bis man hinter der Felsstufe ein flaches Becken erreicht, in dem die alte Pforzheimer Hütte (Museum) steht und man in wenigen Minuten die Sesvennahütte (2.256 m) erreicht.
Abstieg: Für dem Abstieg folgt man dem Aufstiegsweg.

Sesvennahütte
Markus und Michaela Waldner
+39 0473 830 234
+39 347 954 1069
[email protected]

Schlüter Hütte

Das historische Schutzhaus inmitten der prächtigen Bergkulisse des UNESCO Weltnaturerbe Dolomiten

Die Schlüterhütte in der Peitlerkofelgruppe wurde 1898 erbaut. Sie liegt eingebettet in Almwiesen auf 2.306 m, zwischen Geislergruppe und Peitlerkofel, im Naturpark Puez-Geisler, einem Teil des Weltnaturerbe „Dolomiten“. Die Hütte befindet sich am Übergang vom malerischen Villnösstal zu den ladinischen Dolomitentälern und ist Ausgangspunkt für angenehme oder auch anspruchsvolle Höhenwanderungen, wie den Dolomiten-Höhenweg Nr. 2 und Nr. 8, sowie den neuen Höhenweg „Dolorama“, der den Naturpark Puez-Geisler durchquert. Die Hütte gilt als idealer Ausgangspunkt für Wanderungen und Mountainbiketouren inmitten des Weltnaturerbes Dolomiten.

Die Schutzhütte bietet gemütliche Gaststuben und authentische Südtiroler Küche, sowie Übernachtungsmöglichkeiten im rustikalen Gästezimmer mit Etagendusche oder im Hüttenlager.

Einheimisch Genießen
Bergluft macht hungrig, besonders beim Wandern und Bergsteigen. In den gemütlichen Stuben oder auf der neu errichteten Sonnenterrasse schmecken die Knödel und der traumhafte Apfelstrudel noch besser.
Eine Besonderheit, die man nicht versäumen sollte ist das Rindsgulasch vom Grauen Geisler Rind. Das Fleisch wird von den Villnösser Bauern frisch geliefert. Das Qualitätsfleisch vom Grauen Geisler Rind erfüllt höchste Qualitätsansprüche und stammt ausschließlich vom Grauvieh, einer autochthonen Bergrinderrasse. Eine artgerechte Haltung und naturnahe Landwirtschaft sind der Grundstein für gesunde Tiere, die zurzeit noch sehr begrenzt verfügbar sind. Die Produkte stammen vorwiegend aus der Mutterkuhhaltung, wobei die männlichen Tiere als Ochsen und die weiblichen Tiere als Kalbinnen vermarktet werden.

Auf der Speisekarte stehen Südtiroler Spezialitäten wie Gerstensuppe, Speckknödel, Wildgulasch, hausgeräucherter Speck und Kaiserschmarren. Dazu sollte man unbedingt ein Glas Südtiroler Rotwein ausprobieren.

Während man es sich in der warmen Stube gemütlich macht oder auf der Sonnenterrasse die herrliche Aussicht genießt, können sich die kleinen Gäste am kleinen Spielplatz austoben.

Insgesamt gibt es auf der Hütte 90 Übernachtungsmöglichkeiten. Diese werden unterteilt in Einzel-, Zweibett-, Dreibett-, und Vierbettzimmer. Die holzgetäfelten Zimmer sind sehr gemütlich und liebevoll eingerichtet.

Gut zu wissen.
Strom und gratis WiFI vorhanden. Duschen und Toiletten auf der Etage. Guter Handy-Empfang (vor allem auf der Westseite). Bezahlt wird in bar. Hunde sind willkommen.
TOUREN UND HÜTTEN IN DER UMGEBUNG
Die nächstgelegene Hütte ist die Zanser Alm (1.680 m), die in 1:45 – 2 h zu Fuß erreichbar ist. Weiters: Halslhütte (2.306 m, 3 h); Puezhütte (2.475 m, 5 – 6 h).
Touren und Gipfelbesteigungen: Zendleser Kofel (2.422 m, 0:20 h); Peitlerkofel (2.875 m, 2 h); Tullen (2.653 m, 3 h); Dolomitenhöhenweg; Europawanderweg München-Venedig.

10 Jahre Dolomiten UNESCO Welterbe
Am 26. Juni 2009 hat das Welterbekomitee der UNESCO (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization = Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur) im Rahmen seiner 33. Sitzung in Sevilla (Spanien) die Dolomiten in die Liste des Welterbes der Menschheit aufgenommen: Ihre landschaftliche Schönheit sowie ihre geologische und geomorphologische Bedeutung wurden als weltweit einzigartig eingestuft.

Schlüterhütte
Marlene Nitz Messner
Tel: +39 0472 670072
Mobile: +39 347 2667694
[email protected]
www.schlueterhuette.com

 

Autor: Peter Righi

Publizist und erfahrener Touristiker, Landschaftsentdecker und leidenschaftlicher Südtirol-Kenner, der wissbegierig ständig auf der Suche nach Neuem ist. Seit mehr als 30 Jahren besteigt er bekannte und weniger prominente Gipfel der Ostalpen und ist liebt das Abenteuer in den schönsten Naturlandschaften der Erde. Rege Publikationstätigkeit für renommierte Verlage und Journale. Er ist in seiner Heimatstadt Bozen als Journalist tätig.